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Aus dem Englischen
von Thomas Vennum Jr.
Lacrosse war eine der vielen verschiedenen indianischen Stockspiele, die von den
amerikanischen Uhreinwohnern zu der Zeit des ersten europäischen Kontaktes
gespielt wurden. Der fast ausschließlich von Männern betriebene Sport
unterscheidet sich von anderen Sportarten wie Feld Hockey dadurch dass ein
benetzter Schläger verwändet wird, mit dem der Ball vom Boden aufgehoben,
geworfen, gefangen und durch ein Tor getragen wird um einen Punkt zu erzielen.
Die Hauptregel in allen Arten von Lacrosse war, dass der Ball, mit einigen
Ausnahmen, nicht mit der Hand berührt werden durfte.
Frühe Aufzeichnungen über Lacrosse von Missionaren so wie den französischen
Jesuiten in der Huron Gegend um 1630 oder englischen Erforschern wie Jonathan
Carver aus der "Great Lakes" Area des mittleren achtzehnten Jahrhunderts sind oft
sehr knapp und wiedersprechen sich. Sie beschreiben meistens die Größe der
Teams, die verwendete Ausrüstung, Spieldauer und die Ausmaße des Spielfeldes,
aber geben kaum Aufschluss über stickhandling, Strategien oder Spielregeln. Die
ältesten hinterbliebenen sticks reichen nur bis in das erste viertel des
neunzehnten Jahrhunderts zurück und die ersten detalierten Aufzeichnungen über
indianisches Lacrosse sind noch jünger. George Beers stellte gute Informationen
über irokesische Spieltechniken in seinem Lacrosse (1869) zur Verfügung, während
James Mooney im "American Anthropologist" (1890) das "östliche Cherokee-Indianer
Ballspiel" detailliert beschrieb, einschließlich des legendären Hehrsprunges,
aufwändiger Rituale und den Regeln des Spieles.
Durch den Mangel an frühen Aufzeichnungen wird es wohl nie möglich sein den
Ursprung des Sportes zu rekonstruieren. Vermutete Verbindungen zu den Gummiball
spielen der Meso-Amerikaner oder zu einem vielleicht älteren Spiel, dass mit
einem Stock mit aufgestecktem Tierischem Abbild von Männern und Frauen zusammen
gespielt wurde, sind rein spekulativ. Es wird angenommen, dass Lacrosse in der
kompletten westlichen Hälfte Nordamerikas gespielt wurde, vor allem von Stämmen
im Südosten, westlich der "Great Lakes" und in der Gegend um St. Lawrence
Valley. Seine Anwesenheit in Oklahoma und anderen Bundesstaaten westlich des
Mississippi ist auf die Umsiedlung verschiedener Stämme im neunzehnten
Jahrhundert zurück zuführen. Obwohl vereinzelte Berichte von Lacrosse Abarten in
Nord Kalifornien und Britisch Columbia existierten wird eine weite Verbreitung
des Sportes and der West Küste wegen der späten Datierung der Berichte
angezweifelt.
Durch die Unterschiede in der verwendeten Ausrüstung, der Art des Tores and der
Stickführung ist es möglich in 3 verschiedenen Gruppen von Lacrosse zu
unterscheiden, der Südöstlichen, "Great Lakes" und die Irokesische. Südliche
Stämme (Cherokee, Choctaw, Chickasaw, Creek, Seminole, Yuchi und andere)
praktizieren noch immer eine Doppelstick Version. In jeder Hand wir ein zwei ein
halb Fuß (ca. 82cm) langer stick gehalten und zwischen ihnen wird der kleine,
weiche Hirschleder-Ball geschützt. "Great Lakes" Spieler (Ojibwe, Menominee,
Potawatomi, Sauk, Fox, Miami, Winnebago, Santee Dakota und andere) benutzen
einen einzelnen drei Fuß (ca. 1m) stick. Er schließt in einer runden,
geschlossenen Tasche mit drei bis vier inch (ca. 7-10cm) Durchmesser ab, die nur
wenig größer als der Ball ist. Das Holz der Tasche wird meist durch Ankohlen und
Abkratzen in Form gebracht. Der Nordöstliche stick, der bei Irokesischen und
Stämmen aus New England gefunden wird ist der Vorgänger aller moderner sticks,
sowohl im Feld als auch im Box Lacrosse. Diese sticks waren mit mehr als drei
Fuß die größten aller sticks. Sie waren dadurch gekennzeichnet, dass der Schaft
in einer Art Krümmung mit einer großen, flachen, dreieckigen Webung endete, die
bis zu zwei dritteln der Länge des sticks ausmachte. An der Stelle, wo die
äußersten Schnüre auf den Schaft treffen formt sich die Tasche des sticks.
Lacrosse bekam seinen Namen von frühen französischen Siedlern, die den
allgemeinen Begriff für ein Spiel, dass mit einem gebogenen Stock (crosse) und
einem Ball gespielt wurde verwendeten. Die Thermonologie der Eingeborenen
beschreibt hingegen mehr die Technik (vgl. Onondaga DEHUNTSHIGWA'ES, "Mann
schlägt einen runden Gegenstand"). Im Südosten wurde vor allem der Aspekt der
Verwandtschaft mit Krieg unterstrichen ("kleiner Bruder des Krieges"). Es gibt
keine Nachweise für nicht Indianische Lacrosse Spieler bis zur Mitte des
Neunzehnten Jahrhunderts, als englisch sprachige Montrealer versuchten das
Irokesenspiel, welches sie aus Caughnawauga und Akwesasne kannten, durch neue
Regeln zu "zivilisieren" und Amateurvereine aufzubauen. Als das Spiel sehr
schnell in Kanada an Popularität gewann wurde es durch das komplette
Commonwealth verbreitet, weil nicht-eingeborenen Teams für Schauspiele gegen
irokesische Spieler nach Europa reisten. Ironischer Weise wurden Indianer für
mehr als ein Jahrzehnt von internationalen Wettkämpfen ausgeschlossen, da sie
für Reisen Geld verlangen mussten und somit als Professionelle galten. Nur durch
die Gründung einer Irokesischen Angehörigkeit wurden sie in den 1980ern endlich
berechtigt international zu spielen.
Neben seiner Freizeitfunktion hatte Lacrosse einen hohen Stellenwert in der
indianischen Kultur. Seine Ursprünge sind in Legenden verankert und das Spiel
wird noch immer zu Heilzwecken zusammen mit Zeremonien verwendet. Ausrüstung und
Spieler werden noch immer auf rituelle Art von Magikern vorbereitet und
Mannschaftsauswahl und Spielausgang werden als übernatürlich kontrolliert
angesehen. In der Vergangenheit hat Lacrosse auch dazu gedient Aggressionen
abzulassen und Streitigkeiten über Gebiete zwischen Stämmen wurden oft mit Hilfe
eines Spieles ausgetragen, wenn auch nicht immer einvernehmlich. Ein Spiel
zwischen Creek und Choctaw um 1790 das bestimmen sollte, wem ein Bieber Nest
zustand endete in einem blutigen Kampf, als die Creek als Gewinner erklärt
wurden. Obwohl die Mehrzahl der Spiele friedlich endeten waren viele der
Zeremonien und Rituale die von den Spielern ausgetragen wurden identisch zu
denen vor einem Krieg.
Mehrere Faktoren führten zur Verbannung von Lacrosse in vielen Gegenden im
späten neunzehnten Jahrhundert. Das Wetten während der Spiele war schon immer
ein integraler Teil der indianischen Gesellschaft, aber als Wetten und Gewalt
anstiegen weil die indianische Kultur anfing zu zerfallen wurden die Gegenstimmen
aus Regierung und von Missionaren immer lauter. Den Spielen wurde nachgesagt im
Konflikt mit Kirchenbesuchen zustehen und das Wetten würde zur Verarmung der
Indianer beitragen. Als die Oklahoma Choctaw begannen Bleigewichte an ihren
sticks zu befestigen um sie als "Schädel-Knacker" zu benutzen wurde dass Spiel
sofort verbannt.
Gleichzeitig hat die Ausbreitung des Lacrosses von Montreal aus dazugeführt das
Lacrosse mittlerweile Weltweit eine der am schnellsten wachsenden Sportarten ist
(mehr als eine Millionen Spieler). Heute wird es von offiziellen Regeln
kontrolliert und es wird mit Massengefertigter anstatt mit Handgemachter
Ausrüstung gespielt. Weiterhin spielen die irokesischen und südöstlichen Stämme
ihre Formen von Lacrosse, während die "Great Lakes" Version um 1950 ausgestorben
ist. Ironischer Weise ist das Feld Lacrosse der Damen heute am ehesten mit
Lacrosse der Vergangenheit vergleichbar.
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